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Das Gasthaus an der Themse(BRD 1963)

Sehr frei nach Walllace entstand Vohrer´s dritter Beitrag zur Serie,deren Stammregisseur er in der Folge wurde.Wie auch in seinen anderen Filmen ist "Das Gasthaus an der Themse" geprägt von einer Vielfalt irreführender Spuren,von einer aufpeitschenden Musik,die Atmosphäre da vermitteln soll ,wo szenisch keine entsteht und von einem buntgemischten Darstelleremsemble ,das teilweise zum festen Stamm der Filme zählte.Plausiblität war nicht gefragt.Die Auflösungen sollten überraschen und erklärten sich nicht aus der Geschichte selbst.

Und wieder gelang Alfred Vohrer ein Krimiklassiker von höchster Perfektion, der durch die außerordentliche Handschrift des Regisseurs bis heute nichts an Spannung, Tempo und Humor eingebüßt hat. Die brillanten Regieeinfälle bekräftigen die originellen Dialogpassagen des Films, die von den überragenden Darstellern in beispielloser Weise wiedergegeben werden. Die Musik von Martin Böttcher und der einzigartige Song der Elisabeth Flickenschildt stellen diesen Film ebenfalls als einen der besten der Serie heraus.
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Das Gasthaus an der Themse
Mit diesem Film beginnt die 3. Phase, die viele Meisterwerke hervorbringen sollte, meist von Alfred Vohrer inszeniert, dessen eigenes Markenzeichen von nun am im Vorspann erscheint. Der Kimi dominiert weiterhin, aber die Filme tendieren zunehmend zum Horrorgenre. Der Roman ist eine Fortsetzung zu "Der Frosch mit der Maske" und erneut muss der Täter, ein gefährlicher Mörder und Diamantenschmuggler im Taucheranzug, von Inspektor Ward (Fuchsberger) gesucht werden. Im Gegensatz dazu Kinski als getarnter, russischer Polizeiagent. Trotz Eddie Arent, Siegfried Schürenberg und Elisabeth Flickenschildt ist die allgegenwärtige Themse die wahre Hauptdarstellerin.
 

 

Der schwarze Abt (BRD 1963)

Die ungeheuer kompliziert angelegte Story ließ weder kriminalistische Spannung noch gruseligen Schauer aufkommen.Regisseur Gottlieb verlor bei dem Durcheinander einzelner Handlungstränge offenbar den Überblick und ließ gar frühzeitig die Katze aus dem sack.Joachim Fuchsberger der stamminspektor und Detektiv der Reihe steckte unter der Kapuze des Abtes.Allerdings soweit ging die Änderung nicht,verfolgte er gute Absichten,während der bösewicht vom Dienst Klaus kinski derjenige war der unter dem schwarzen Tuch seine verbrecherischen Pläne in die Tat umsetzte.Dennoch zählt der Film zu den erfolgen der Serieobwohl(oder geradeweil) die effekte des gothik horrorübertrieben wurdenund die kriminalistische Aufklärung eines Verbrechen sekundär blieb.

Ein faszinierender Gruselfilm mit wildromantisch-düsterer Atmosphäre vor dem Spiel unwägbarer menschlicher Abgründe. Das rundum überzeugende Darstellerensemble wurde von Franz Josef Gottlieb mit nüchterner Kaltschnäuzigkeit nahezu dokumentarisch geführt. Charles Regnier erweist sich durch gleichgültige Überlegenheit als einer der eindrucksvollsten Wallace-Inspektoren; seine Besetzung war ein absoluter Glücksgriff. Fesselnd das Wiedersehen mit Dieter Borsche in einem Wallace-Krimi; seinem fahrig-entrückten, doppelbödigen Lord Chelford stehen die Züge gehetzten Wahnsinns buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Joachim Fuchsberger, Werner Peters und Harry Wüstenhagen als einfühlsamer Verwalter Dick Alford, ungeschlachter Bösewicht und leichtfertiger Anwalt überzeugen wie immer durch treffende Darstellung. Klaus Kinski zeigt als bedächtig-verschlagener Butler wiederum neue Seiten. Eddi Arent agiert angenehm dezent und erfreut mit oftmals regelrecht unterspielten Gags. Alice Treff bietet als verwirrte Lady Chelford einen wahrhaft mysteriösen Auftritt. Die plastische, kontrastreiche Fotografie von Richard Angst schlägt den Zuschauer in ihren Bann. Martin Böttcher schuf dazu einen geheimnisumwittert-unheimlichen Musikscore. Gottlieb hat gleichsam Alfred Vohrer wie Harald Reinl genau auf die Finger gesehen und überrascht mit skurrilen Kameraeinstellungen (Blick durch die Standuhr) und verklärten Bildwirkungen (Außenaufnahmen). Manko bleibt, daß man die dramaturgischen Möglichkeiten aus dem Auftreten eines guten und eines bösen Abtes nicht genutzt hat und es an progressiver Härte mangelt. Hätte man Gottlieb keine Drehbuchbearbeitung zugestanden, und 1963 nicht bewußt eine FSK-12-Freigabe für einen Sommerstart angestrebt, wäre der Film perfekt. Summa summarum: Trotz ungenutzer Möglichkeiten ein herausragender Wallace-Krimi mit einzigartiger Aura.

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Der schwarze Abt
Erstmals seit "Die Toten Augen von London" wieder ein richtiger Gruselfilm, ein sehr schwacher allerdings, in dem Charles Regnier als Inspektor Puddler und Eddie Arent als sein Assistent Horatio zumindest ein köstliches Duo abgeben, die einen wahnsinnigen Lord auf der Suche nach einem Goldschatz jagen. Kinski wieder als Butler, Dieter Borsche ist zum zweiten und leider letzten mal dabei.


 

Arthur Brauner einziger echter Wallace-Film

Der Fluch der gelben Schlange, 1963

Artur Brauners erster echter Wallace-Film fügt sich in jeder Hinsicht in die Gesamtserie ein. Regisseur Gottlieb inszenierte unterhaltsam und abwechslungsreich. Ein eingespieltes Ensemble an Darstellern überzeugt. Besonders Pinkas Braun, Werner Peters und - zum ersten Mal bei Wallace - Charles Regnier bieten hervorragende Leistungen. Joachim Fuchsberger und Brigitte Grothum spielen nun zum dritten Mal ein überzeugendes Wallace-Paar. Eddi Arents Rolle fügt sich glaubwürdig in die spannende Handlung ein und sorgt an den passenden Stellen für gelungene Komik. Die Musik von Oskar Sala entspricht den schaurigen Schauplätzen und der eher außergewöhnlichen Handlung. So ist "Der Fluch der gelben Schlange" ein einwandfreier Kriminalfilm mit allem, was man bei Edgar Wallace erwarten kann.

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Der Fluch der gelben Schlange
Zwei Halbbrüder hetzen in Hongkong aus unterschiedlichen Gründen der "gelben Schlange" nach, die sich im Besitz ihres englischen Vaters befindet. Als Wallace-Filme allein Garant für ausverkaufte Kinokassen waren, wollte Arthur "Atze" Brauner, wie auch bei den Karl-May-Verfilmungen, erfolgreich auf der Welle mitschwimmen. Er hatte bereits einige Romane von Bryan Edgar Wallace (Edgar's Sohn) verfilmt und auf den Markt gebracht, jetzt lieferte er ein Produkt ab, dass bis ins Detail Wendlandts Stil kopierte und die gleichen Darsteller (Brigitte Grothum, Werner Peters, Pinkas Braun) präsentierte. Wendlandt nahm daraufhin die wichtigsten seiner Stars unter Exklusivvertrag und so blieb dies Brauners einziger echter Wallace-Film. Etwa zur gleichen Zeit entstand "Der schwarze Abt", ebenfalls von F. J. Gottlieb. In beiden Filmen spielen Fuchsberger, Arent, Werner Peters und Charles Regnier, auch Dekorationen und Schauplätze sind sehr ähnlich.
 

Das indische Tuch(BRD 1963)

Mit dieser Schlußpointe verstärkt Regisseur Vohrer den Eindruck eines äußerst konfus konstruierten und inszenierten

Films dessen Geschichte nur noch vage der Vorlage folgt.

Das dramaturgische Prinzip der "Zehn kleinen Negerlein" war überdies nicht dazu angetan , der dümmlichen Story auch nur ein Hauch von Spannung zu verleihen.Das indische Tuch zählt zu den sschwächsten Beispielen der Rialto-Serie.

Beeindruckend, wie Alfred Vohrer es verstanden hat, einen fast reinen Atelierfilm so spannend und abwechslungsreich zu gestalten. Der Film verbindet schockfreudiges Grauen mit zynisch-satirischer Parodie. Die subjektive Kamera Karl Löbs macht den atemlosen Zuschauer zum Komplizen des unheimlichen Mörders. Das Ensemble ist eine wahre Pracht: die Stars jeder Schauspielergeneration in trefflichem Zusammenspiel mit hinreißenden Dialogen. Köstlich Elisabeth Flickenschildt als zischelnde Lady Lebanon, eine Grande Dame majestätischer Überlegenheit. Hans Clarin als unreifes Muttersöhnchen liefert eine subtile Studie gehetzten Wahnsinns. Heinz Drache zeigt sich wiederum als energischer Ermittler. Bestechend Richard Häussler in seiner süffisanten Distinguiertheit. Alexander Engel zeichnet den bigotten Reverend mit entlarvender Ironie. Hans Nielsen als grobschlächtiger Amerikaner beweist hier starke Wandlungsfähigkeit; ein Kunstgriff für sich sind Maske und Frisur, die er in diesem Film trägt. Wahrhaft teuflisch, als seine Ehefrau, Gisela Uhlen. Siegfried Schürenberg gestaltet seinen Part wie gewohnt mit viel Humor, dennoch bleibt stets die rücksichtslose Berechnung seines Sir Henry spürbar. Klaus Kinski als ausgegrenzter und gewalttätiger Peter Ross erregt Mitleid und Abscheu zugleich. Der zurückgebliebene Hühne Ady Berbers bereichert die Gesellschaft um eine tragikomische, im Kern empfindsame Gestalt scheuer Verletzlichkeit. Ein Kabinettstückchen als Butler bietet Eddi Arent mit einer Fülle wohlgetimter Pointen. Aber: Wenn man schon einen "Inspektor Fuchsberger" auftreten läßt, hätte man schon dafür sorgen müssen, daß "Blacky" dafür auch selbst zur Verfügung steht. Auch auf die wenig originelle Schlußpointe, in der sich Edgar Wallace als Alleinerbe und Größte dieses Jahrhunderts herausstellen soll, hätte man besser verzichtet. Alles in allem sind dies aber Kleinigkeiten, die den Gesamteindruck dieses Klassikers keinen Moment trüben können; Charme und atmosphärische Dichte bleiben im Gedächtnis haften. Einer der schönsten und gelungensten Filme der ganzen Serie.
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Das indische Tuch
Während einer Testamentseröffnung in einem Schloss erdrosselt ein Geisteskranker alle Erbberechtigten mit einem Halstuch, aber Heinz Drache ist zur Stelle, allerdings als Rechtsanwalt, auch Siegfried Schürenberg sieht man als Großwildjäger in einer anderen Rolle, Eddie Arent hingegen als Butler, sowie Kinski, Elisabeth Flickenschildt und Hans Clarin.
 

Der Zinker (BRD 1963)

In einer frühen Verfilmung 1931 spielte Fritz Rasp die Rolle des Sutton,war aber nicht der Zinker.In Abänderung der Vorlage versteckte sich hier der Verbrecher hinter der Maske des Journalisten Harras der auch in Vohrers Film einigen Verdacht weckt,sich aber als unschuldig herausstellt.Wie bei den meisten der Rialto-Filmen setzte der Regisseur auch hier auf ein reservoir bekannter Schauspieler,legte zahlreiche irreführende Fährten und baute falsche Verdächtige auf, einzig um die Geschichte zu verschleiern.Auch in England wurde der Stoff zweimal verfilmt. In einer ersten Version von 1930 schrieb Wallace selbst das Drehbuch und führte auch Regie.

Alfred Vohrer führt sein Ensemble so raffiniert und pfiffig, zaubert Stimmungen und Atmosphäre, so dass die Unebenheiten der Story gar nicht auffallen. Heinz Drache verleiht dem Inspektor gegenüber seinen vorhergehenden Rollen eine neue, vollendete Tiefe: sein Inspektor Elford trägt sanfte und widerborstige Züge zugleich und weiß sich in jeder Situation energisch jedoch mit Takt zu behaupten. Barbara Rütting bezaubert mit damenhaftem, schlagfertigem Charme. Günther Pfitzmann, Wolfgang Wahl, Eddi Arent und Siegfried Schürenberg zeigen sich in Bestform. Klaus Kinski liefert eine faszinierende stumme Studie. Agnes Windeck berührt mit feinsinnigem Humor menschliche Schwächen; pures Vergnügen bereitet Heinz Spitzner als skurriler Polizeiarzt. Albert Bessler verkörpert den undurchsichtigen Butler mit echtem Wallace-Touch. Peter Thomas schuf eine Filmmusik von internationalem Renommée, die zu den stimmungsvollsten seiner Wallace-Kompositionen zählt. Nicht nur einer der berühmtesten Romane von Edgar Wallace, sondern auch ein Glanzstück im Rahmen der Kinoserie. Filmisch kann man in ihm die Summe der klassischen Wallace-Krimis sehen, denn Alfred Vohrers Sinn für akzentuierte Spannungsbögen und skurrile Effekte verschmilzt hier mit dem Blick für romantisch-optische Bildwirkungen, wie er für die Filme von Harald Reinl typisch ist. Die stilvoll eingefangenen Bilder in London und dem winterlichen Berlin besitzen beispielhafte Anmut und verleihen dem Geschehen eine eigenständige Note. Ein Film von überragender Ästhetik und zeitloser Schönheit.

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Kritik: Diese aufwendig produzierte Wallace-Verfilmung gilt den Liebhabern des englischen Kriminalautors als eine der schönsten, spannendsten und originellsten.
(Tagesspiegel)

Die Krimis fallen wie faule Äpfel vom Bäumlein der siechen deutschen Filmwirtschaft: fließbändlicher Quatsch. Das halbe Hundert dürfte demnächst in diesem Theater voll sein. Diese Nummer, vom Verleih wiedermal als Höhepunkt apostrophiert, scheint die bisher mieseste zu sein, bestimmt jedoch die langweiligste. Die Mimen von der Stange quasseln so konfus daher, als brächten sie mindestens drei Dutzend Wallaces durcheinander. Wem der zittrige Kinski noch nicht zum Halse heraushängt: er wird diesmal erst gegen Schluß gemurkst und darf bis dahin mit Ringelnattern herumfummeln.
(filmkritik 7/63)

Der Zinker
Der Zinker ist Wallaces wohl beste Verbrecherfigur und wurde bereits 1931 (mit Fritz Rasp und Paul Hörbiger) verfilmt. Diese Adaption wurde im Cinemascope-Breitwandverfahren hergestellt, wobei die Außenaufnahmen des winterlichen Englands besonders zur Geltung kommen. Einer der schönsten, spannendsten und originellsten Filme der ganzen Serie, in der Günter Pfitzmann seine Gegner mit Schlangengift tötet. Heinz Drache als Inspektor Elford, Kinski als geistesgestörter Tierpfleger Krishna, Eddie Arent als Zeitungsreporter und Barbara Rütting als Kunstmalerin.
 

Zimmer 13(BRD 1963)

Wiederum nur sehr frei nach einem Roman von Edgar Wallace entstand diese Räubergeschichte mit psychologischem Thrill.Im gleichen Jahr hatte Alfred Hitchock mit Psycho großen Erfolg und auch in Reinls Film ist das Motiv für die Mörderin ein traumatisches Erlebnis mit der verstorbende Mutter die zudem auch noch ein Verhältnis mit dem Gauner Legge hatte.Eine simple Paralellmontage stellt die Rasiermessermorde mit den anderen Verbrechen in einen Zusammenhang,was indes wenig plausibel wirkt.Aber um Glaubwürdigkeit kümmerte sich kaum einer der Rialto Wallace Filme.

Eine geschickte Stoffwahl: der Film betritt gegenüber den früheren Streifen neue Wege abseits von Grusel- und Horrorelementen. Statt dessen führt er den Zuschauer ins ruchlose Nachtleben und kombiniert Motive psychopathologischer menschlicher Abgründe geschickt mit dem unterschwelligem Nervenkitzel eines (1963/64 höchst aktuellen) clever getimten Überfalls auf einen Postzug. Schön, Joachim Fuchsberger und Karin Dor nach drei Jahren wieder als gemeinsames Starduo in einem Wallace zu sehen. Auch die übrige Besetzung ist gut gewählt. Richard Häussler verbindet seine Rücksichtslosigkeit als erpresserischer Joe Legge mit furchteinflößender Behutsamkeit. Walter Rilla zeichnet den nervlich überspannten, von schlechtem Gewissen getriebenen fürsorglichen Onkel. Hans Clarin überzeugt als vorlauter Kleingangster. "Sir John" Siegfried Schürenberg erhält hier eine Fülle von Möglichkeiten sich prachtvoller zu entfalten denn je. Die Darstellung von Eddi Arent ist zweischneidig: als italienischer Kellner hat er exzellente Momente; in den Szenen mit seiner Puppe hätte die Regie ihn jedoch bremsen müssen. Harald Reinl bringt hier seine Spezialität, die Handlung mit schönen Landschaftskulissen malerisch zu unterstreichen erneut zu voller Blüte. Spannende Krimiunterhaltung mit einer Vielzahl ironisch-parodistischer Seitenhiebe und einem dezenten Schuss Erotik.