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Neues vom Hexer (BRD 1965)
Nur ein Jahr nach dem Erfolg des Hexers schufen Vohrer und Reinecker eine Fortsetzung.Die allerdings ist noch flauer ,als das Original. Das hat zwei Gründe:Zum einen ist die Indentität des Hexers aus dem ersten Film bereits bekannt.
Die zahlreichen Maskierungen wirken demnach aufgesetzt.Zum anderen wird als Täter keiner der vielen Verdächtigen präsentiert , sondern eine Figur, die im Film bislang nicht aufgetaucht war- ein unbefriedigendes Ende.
Einer der seltenen Fälle in denen ein Sequel besser geriet als der erste Teil. Diesmal schrieb Herbert Reinecker eine Krimi-Story mit viel Spannung, Ironie und Tempo; von Regie und Starbesetzung mit sichtlicher Spielfreude umgesetzt. Heinz Drache und Barbara Rütting beweisen sich nach dem "Zinker" ein weiteres Mal als attraktives Starduo. Brigitte Horney meistert ihre Situation angespannter Verängstigung mit der Haltung vollendeter Noblesse. René Deltgen und Eddi Arent bilden ein pfiffiges Team. Ausgezeichnet Heinz Spitzner und Siegfried Schürenberg, deren Parts gegenüber früheren Filmen dankenswerter Weise sichtlich erweitert wurden. Ein beeindruckendes inszenatorisches Kabinettstückchen die Szenen mit Teddy Naumann und dem Tiger. Ein weiterer Leckerbissen ist die Begegnung von Siegfried Schürenberg und Hubert von Meyerinck. Es irritiert zwar, dass der Haupttäter nicht in die Story integriert wurde und am Schluss quasi der Ordnung halber nur eben kurz ins Bild gehalten wird, insgesamt tut dieses Versäumnis dem gewitzten und erfrischend originellen Film aber weiter keinen Abbruch. Dafür gibt es am Ende ja auch noch eine hübsche Doppelpointe.

Neues vom Hexer
Dem Team Vohrer/Reinecker gelang leider nur eine schale Fortsetzung, man konnte
kein Kapital mehr aus der Masken-Idee schlagen. Scotland Yard und der Hexer
jagen gemeinsam einen Mörder, der die Familie eines Lords auszurotten versucht.
Man ließ sich zwar die Tür für einen dritten Hexer-Film offen, zu dem es aber
dann nicht mehr kam. Vohrer wandte sich stattdessen wieder den früheren
Täter-Konstruktionen zu. Neben Heinz Drache als Inspektor Wesby, Barbara Rütting,
Brigitte Horney, Kinski (als unheimlicher Butler Edwards) und erstmals Hubert
von Meyerinck (als Richter) gab Eddie Arent seinen Abschied vom
Komödianten-Image. In seinen letzten Wallace-Rollen mimte er völlig andere
Charaktere: einen Mörder, einen Bordellchef, einen Mädchenhändler und einen
Safeknacker.


Der unheimliche Mönch (BRD 1965)
Die Romanvorlage "The Terrors"existierte zunächst nur als Bühnenstück und wurde 1928 von den renommierten Hollywood Regisseur Roy Del Ruth als -gothic horror- verfilmt.Weitere Verfilmungen 1934-1938- bevor sich 1965 Horst Wendlandt den Stoff von seinen Autoren um die Merkmale seiner Wallace-Reihe bereichern ließ.Harald reinl inszenierte den modernisierten Stoff dann ,als konfuse mische aus Horror und Krimielementen .Für die Rialto war es der Letzte s/w Film ihrer Erfolgsserie.
Vor der romantischen Kulisse von Schloss Hastenbeck und mit außergewöhnlich großzügigen Außenaufnahmen in London perfektionierte Harald Reinl ein letztes Mal den ihm eigenen Stil mit atmosphärischen Schauplätzen zu fesseln. Schaurig-gruselig ausgeleuchtete Szenarien bei Nacht und Nebel kennzeichnen in diesem Film abermals die Kreativität, in der Reinls Meisterschaft besteht. Peter Thomas komponierte dazu einen seiner vielschichtigsten und einfallsreichsten Soundtracks, der mit den optischen Wirkungen korrespondiert. Der formale und filmische Reichtum des Krimis läßt über die Schwächen der Story hinwegsehen. Es dauert insgesamt zu lange, bis der Mönch das erste Mal in Erscheinung tritt, und die dramaturgische Verknüpfung von Mädchenhandel und Mönch ist wenig schlüssig. Die Besetzung läßt hingegen keine Wünsche offen. Harald Leipnitz gibt einen überzeugenden Einstand als Inspektor. Karin Dor zeigt sich abermals als interessante Frau voll Schönheit und Anmut. Siegfried Lowitz gibt mit souveräner Bosheit einen vortrefflichen Schurken; Dieter Eppler ist sein nicht minder gefährlicher Gegenspieler. Eddi Arent beweist hier in liebenswerter Melancholie abermals seine Fähigkeiten als Schauspieler der leisen Töne. Ganz köstlich, wie immer mit viel Gelegenheit zu prachtvollen Szenen, Siegfried Schürenberg als Sir John. Ein bestechender neuer Darsteller für die Reihe wurde in Rudolf Schündler gefunden. Er verkörpert in fahrig-zerstreutem Spiel einen Charakter mit der Entrücktheit wie aus einer anderen Welt. Hartmut Reck verkörpert unterschwellig-gärende Bedrohlichkeit. Schade, dass dies der letzte Wallace-Krimi blieb, den Harald Reinl inszenierte. Vielleicht wäre der Fortgang der Serie erfreulicher verlaufen, hätte sein Können weiterhin zur Verfügung gestanden.


Der unheimliche Mönch
Den letzte Wallace in schwarz/weiß (jedoch mit einer Farbsequenz im Vorspann)
gestaltete Harald Reinl zu einem kleinen Meisterwerk. Ein als Mönch verkleideter
Mädchenhändler ermordet nacheinander einen fiesen Familienclan, der eine
Alleinerbin um ihr Vermögen prellen will. Neben den bereits zur Institution
gewordenen Eddie Arent, Siegfried Schürenberg und Siegfried Lowitz agiert
letztmalig Karin Dor, für die noch blutjunge Uschi Glas ist es der erste (von
noch vielen folgenden) Wallace-Film. Als Inspektor Bratt (Harald Leipnitz in
seinem zweiten Wallace-Auftritt) dem Mönch schließlich die Haube vom Kopf reißt,
ist nicht nur er überrascht. Zwei Jahre später folgte ein Remake des Films unter
dem Titel "Der Mönch mit der Peitsche".