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Die blaue Hand (BRD 1967) Wie so häufig entfernt sich der Film so ziemlch weit von der Vorlage. Die Schwäche des Films liegt aber vor allen in den fehlenden Motiven bis zuletzt werden die Gründe für all die Morde nicht ersichtlich.Regisseur Vohrer versuchte dabei auf seine Weise,dieses Manko zu überspielen,in dem er auf bewährte Momente der Serie setzte,etwa den dunklen Nebelschwaden verhangenden Wald,wehende Vorhänge in einer gewittrigen Nacht,zahlreiche Schatten.Doch die einfalllslose Farbdramaturgie machte seine Absicht zunichte.Spannung will so zu keiner Zeit aufkommen. |
Erfreulicherweise hat man sich nach den ersten beiden Fehlgriffen
in Farbe nochmals auf den klassischen Wallace-Stil der früheren Jahre besonnen.
Der Film beweist, dass bereits die bloße Inspiration durch eine Originalvorlage
eine wesentliche Qualitätssteigerung zu bringen vermochte und der echte Wallace-Touch
bei sorgfältigem Vorgehen auch in Farbe gewahrt werden konnte. Das Drehbuch hat
viele neue, gute Einfälle und mit der "blauen Hand" wurde noch einmal
ein wirklich unheimlicher, faszinierender Mörder kreiert. Die Szenen, in denen
etwa Dave über das neblige Moor gejagt wird, wie die blaue Hand am sturmumtosten
Fenster die Gardine aufschlitzt oder der Mord auf der Orgelbank stehen dem Charme der
besten Schwarzweiß-Wallaces in nichts nach. Eine gute Idee Klaus Kinski endlich
in einer ganz großen Hauptrolle herauszustellen und dann gleich in einer Doppelrolle!
Kinski enttäuscht auch keineswegs, allerdings hätten sich die Möglichkeiten
der Doppelrolle dramaturgisch noch weitaus besser nutzen und im Buch sorgfältiger
durchgestalten lassen. Die übrige Besetzung ist ebenfalls wieder erstklassig:
Harald Leipnitz, Carl Lange, Albert Bessler und Ilse Steppat sind hervorragend. Der
jugendliche Thomas Danneberg begeistert durch sensibles, einfühlsames Spiel. Siegfried
Schürenberg als Sir John darf sein volles Können ausspielen. Einziger Minuspunkt
ist das Ausscheiden von Eddi Arent. Über manchen Mangel an Logik sieht man gerne
hinweg. Das Finale wirkt jedoch zu hastig und es ist ungeschickt, dass es zu keiner
direkten Auseinandersetzung zwischen den beiden Brüdern im Dialog kommt. Das Beschränken
auf eine wenig überzeugende Montage von Richard und Dave lediglich in einer kurzen
Einstellung irritiert und bleibt letztlich unverständlich. Im wesentlichen spielt
sich alles auf Schloß Gentry und im Irrenhaus ab, ein paar zusätzliche Schauplätze
hätten den Film aufgewertet. Man wollte jedoch ausschließlich in Berlin
drehen. Die Eingangssequenz wirkt vergleichsweise unspektakulär und man rätselt
im Nachhinein, warum man dafür nicht den Mord im Gärtnerhaus gewählt
hat, der sich zwingend angeboten hätte. Dennoch folgt man die meiste Zeit gebannt
und bestens unterhalten dem schaurig-komischen Geschehen, ohne dass Wünsche offen
bleiben. Hier kommt die Farbe einem Wallace-Film zum ersten Mal wirklich zu Gute, weil
die Kamera von Ernst W. Kalinke und Regisseur Vohrer mit den Farben zu spielen verstehen
und dadurch ganz neue, bislang nicht gekannte Stimmungen einzufangen vermögen.
Weiteres Lob verdient die tolle Musik von Martin Böttcher. Der beste Farb-Wallace! Quelle |

Die blaue Hand
Ein wahnsinniger Verbrecher versucht, eine ganze Familie auszurotten, um den Weg
zu einer Erbschaft freizulegen. Das Erfolgsduo Vohrer/Reinecker zeigt noch
keinerlei Verschleißerscheinungen. Harald Leipnitz ist zum zweiten mal als
Inspektor Craig zu sehen, Kinski ist grandios in seinem letzten deutschen
Wallace-Film.
Der Mönch mit der Peitsche (BRD 1967)
Das Remake von Reinls - Der unheimliche Mönch- übertrifft seinen Vorgänger an konfusen Verwirrspielen bei weitem.Höhepunkt ist dabei die Einführung eines Doppelgängers des verbrecherischen Drahtziehers.Alfred Vohrer und sein Autor Alex Berg (Herbert Reinecker) kümmerten sich überhaupt nicht mehr um Logik oder Plausibltät und versuchten statt dessen mit faulen Tricks die fehlende Spannung zu überspielen und ihr Publikum zu übertöpeln -was dieses bereitwillig zuließ.




Sieht man einmal davon ab, dass das Thema Mädchenpensionate bereits ziemlich abgegriffen war und man den Stoff bereits zwei Jahre vorher schon verfilmt hatte, ist dieser Film doch neben der "blauen Hand" der einzige Farbfilm im klassischen Stil und der letzte der Serie mit dem vollen Wallace-Touch. Joachim Fuchsberger und Siegfried Schürenberg bilden ein unschlagbares Team. Alfred Vohrer hat so temporeich inszeniert, dass die Ungereimtheiten im Buch nicht zum Tragen kommen. Lediglich das unbeholfene und unmotivierte Einkopieren der Szenen mit den Schlangen aus "Die blaue Hand" und die lachhafte Rettung von Ann aus dem Käfig hätte man tunlichst vermeiden sollen. Mit Günter Meisner wurde ein neuer Darsteller gefunden, der das Bizarre einer Wallace-Figur mit ungewöhnlichem Charisma wiederzugeben verstand. Er zeigt mit sparsamstem Einsatz schauspielerischer Mittel eine vollendet abgrundtiefe Bösartigkeit die man selten gekannt hat. Schade, dass es seine einzige Wallace-Rolle blieb. Noch zu nennen: Claus Holm, Rudolf Schündler, Kurt Waitzmann und Tilo von Berlepsch. Ein ganz großes Extralob verdient die Titelgestaltung. Mit der giftgrünen Schrift auf der roten Kutte, den verhaltenen Nebelschwaden und der eiskalt-bösartigen Musik von Martin Böttcher gelang eine der brilliantesten Titelsequenzen der ganzen Serie. Böttchers bester Wallace-Score!