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Aus dem Gästebuch
Bullenali schrieb am 09.02.2006 um 19:25:0 Uhr:
Euer Blofeld ist heute zwei Runden mit einem "echten" Polizeiauto gefahren. Als Sicherheitsspezialist
fuhr er auf'm Bock mit und durfte bei einer Unfallaufnahme und einer Gefahrenstellenbeseitigung
dabeisein. Er wird es euch, wie immer mit vielen Bilder dokumentiern.
@blofeld bist als echter Bulle durchgegangen, keiner hat es gemerkt das du "noch"
keiner bist. Ich sage immer: "Kleider machen Leute!"![]()
Grüße aus dem beschaulichen Köpenick
Bullenali![]()

Mein Einsatz beim Polizeiabschnitt 67
Beim Einkaufen im Enforcer Security-Shop in der Rankestraße traf ich zufällig auf Polizeiobermeister T. (Name aus Sicherheitsgründen abgekürzt), der mir mitteilte, das er früher einmal eine zeitlang bei der Bepo (für Uneingeweihte - BePo = Bereitschaftspolizei) in Hanau stationiert war.
Er lud mich zu einem Besuch auf sein Revier in Friedrichshagen ein und dieser Einladung kam ich als Polizei-Fan nur zu gerne nach. Friedrichshagen, Polizeiabschnitt 67, ist zuständig für die Gegend um den Müggelsee zu dem auch das gute, alte, weltbekannte Köpenick gehört. Weltbekannt? Klar, jeder weiß durch wen!
Als Verehrer vom alten Preußengeist mußte ich feststellen, daß sich die Zeit baulich seit Kaisers Zeiten auch nicht geändert hat. Das Polizeirevier ist das ehem. Rathaus von Friedrichshagen, das auch schon zur DDR-Zeit als Polizeirevier genutzt wurde. Es sah drinnen wirklich noch aus wie bei Kaiser Wilhelm, die Wandverkleidung, die Treppengeländer mit geschnitzten Löwenköpfen. Mich hätte es nicht gewundert, wenn mir die Polizisten statt in grün-braun mit dunkelblauen Uniformen, Säbeln und Pickelhauben entgegengekommen wären. Eine tolle Atmosphäre!
Im ehem. Ratsherrensaal, der heute als Schulungsraum dient, wurde in den 90er-Jahren ein Wandgemälde vom alten Fritz freigelegt und hervorragend restauriert, das zur DDR-Zeit mit grauer Farbe übermalt war. Ein wunderbares Gemälde!
Ich wurde als "Kollege aus Hessen" vorgestellt und ging auch gut als solcher durch. Die Amtsanmaßung war in diesem Falle ja amtlich abgesichrt *g*. Tja, letztlich war man in Köpenick *g*.
Ich stieg gleich mit in den Einsatzwagen (VW-Bus) und los ging es zu einem Gebäude, bei dem es vom Balkon bröckelte. Feuerwehr wurde auch verständigt. Der Hauswirt wollte sich mit dem Feuerwehrmann anlegen:
"Wer sind sie denn überhaupt?"
"Feuerwehr, sieht man doch!"
"Nee, sieht man eben nicht!"
"Und ihnen sehe ich nicht an, daß sie ein Hauswirt sind!"
Na, da mußten die beiden Beamten erst einmal deeskalierend einwirken. Der Feuerwehrmann, noch 34 Monate bis zur Pensionierung und sicher in der Brandmeisterlaufbahn, war dermaßen geknickt weil der Hauswirt ihn trotz seines Einsatzanzuges als Feuerwehrmann nicht akzeptiert hat, oder böswillig nicht wollte, daß er sich nicht für ein Erinnerungsfoto hergab.
"Kannst zu uns auf die Feuerwache kommen, da kannst du alles fotografieren. Aber nicht mich, ich bin nicht vorschriftsmäßig angezogen." Tja, man war eben in Köpenick *g*
Dann ging es einmal kurz zurück aufs Revier, wo ich mich "als Kollege aus Hessen" mit einer Hundeführerin über die Diensthunde unterhielt. Als ehem. Werkschutz-Hundeführer interessiere ich mich immer noch für mein altes Metier.
Dann kam der nächste Einsatz - Verkehrsunfall, also wieder los. Unterdessen setzte immer stärker werdender Schneefall ein. Der Kollege von Oberwachtmeister T. nahm mit den Beteiligten im Bus den Schaden auf. Oberwachtmeister T. und ich standen bei einem beschädigten Fahrzeug und unterhielten uns. Der Schneefall wurde immer stärker, die Luft kälter. Da kann man mal sehen, mit was sich die Jungs von der Schupo in der 12-Stunden-Schicht so alles herumschlagen müssen, trotz Witterung. Das erinnerte mich auch wieder an meine Zeiten beim Wach- und Werkschutz.
Dann ging es später noch einmal mit dem Streifen-Bus zum eingeschneiten Müggelsee. Ein herrliches Bild.
Wenn ich bei den Einsätzen mit den Beamten aus dem Bus stieg, fiel ich doch irgendwie nicht so richtig auf. Die von meiner Bomberjacke halbverdeckten Goretex-Holster von Handy und Digicam, konnte der unbedarfte Zeitgenosse für Holster für ganz andere "Instrumente" halten, so daß ich als Zivi der Kripo, der die Schupos begleitete voll durchgehen konnte. Tja, ich war eben in Köpenick *g*.
Ich wurde später beim S-Bahnhof Köpenick abgesetzt wo bald die nächste S-Bahn in Richtung Berlin-Ostbahnhof eintraf. Es war ein sehr interessanter Nachmittag und Schuster Wilhelm Voigt schaute augenzwinkernd von einer Schneewolke herunter:
"Siehste Blofeld, nu´hast ´de och deine Köpenickjade jehabt."
Tja, ich komme bald wieder mal ins gute, alte Köpenick.

