Im Stahlnetz des Dr. Mabuse (1961)

Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse 1961/62.

Das Testament des Dr. Mabuse (1962)

 Scotland Yard jagt Dr. Mabuse (1963)

Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse" (Deutschland 1964)

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Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (1960)

Das Auto des Fernsehreporters Barter stoppt an einer Straßenkreuzung. Daneben hält eine dunkle Limousine. Bei Grünlicht fährt sie weiter, aber Barters Wagen bleibt stehen... - Zur gleichen Stunde ruft der blinde Hellseher Cornelius bei Kriminalkommissar Kras an, um ihm mitzuteilen, daß er "ein Gesicht" hatte: zwei Autos - ganz dicht beieinander - Mord - Größte Aufregung im Fernsehstudio: Peter Barter hatte vor knapp fünfzehn Minuten aus dem Hotel Luxor angerufen und den größten "Knüller" des Jahres angekündigt.Jetzt sitzt die Fernsehansagerin erschüttert vor den Kameras. Sie muß ankündigen, daß Barters Sendung "Aktuelles vom Tage" ausfallen muß, weil Barter auf der Fahrt ins Studio am Steuer seines Wagens vermutlich einem Herzschlag erlegen sei. - Im Polizeilaboratorium wird jedoch durch Obduktion festgestellt, daß Barter durch eine Stahlnadel getötet wurde, die ihm den Schädelknochen durchschlagen hat und ins Gehirn eingedrungen ist, ohne äußere Spuren zu hinterlassen...-Das Bundeskriminalamt Wiesbaden und Interpol treten zusammen in Aktion, da sich herausgestellt hat, daß vor Jahresfrist in den USA das Modell eines Luftgewehrs gestohlen wurde, das völlig geräuschlos Stahlnadeln abzufeuern vermag. Der Dieb wurde in Deutschland mit durchschnittener Kehle in einem verlassenen Bunker aufgefunden. Einer der Konferenzteilnehmer, ein alter "Graukopf" erinnert sich an einen ähnlichen Fall, der seinerzeit von dem Überverbrecher Mabuse ausgelöst wurde. Der Fall Barter scheint eine exakte Kopie der Methoden dieses Dr. Mabuse zu sein, der zu Beginn des Hitlerreiches im Irrenhaus starb.

Die Akten über diesen mysteriösen Dr. Mabuse waren damals im Reichskriminalamt aufbewahrt worden, sind aber inzwischen verschwunden. Für die Verbrecherwelt jedoch ist Dr. Mabuse nicht tot. Sie hält fest an dem Glauben, daß Dr. Mabuse unsterblich ist...

Interpol beschäftigt sich schon eine ganze Weile mit einer Reihe merkwürdiger, bisher unaufgeklärter Verbrechen, die alle in gewisser Weise mit dem Hotel Luxor in Zusammenhang stehen: Es fing vor zwei Jahren an, als das Ehepaar Johannsen im Begriff war, mit seinem siebenjährigen Sohn von Amsterdam nach Kapstadt zurückzufliegen. Auf dem Weg zum Flugplatz verschwand das Kind auf unerklärliche Weise... Die Eltern, die auch im Luxor gewohnt hatten, zahlten das hohe Lösegeld an die Kindesräuber, die bis heute nicht gefaßt wurden.- Im November 58 wurde ein Bevollmächtigter eines Stahlkonzerns im Schlafwagen nach Paris ermordet. Zwei Wochen vorher hatte er im Luxor mit einem Geschäftsfreund diniert.

Im Mai 59 fiel ein aus Algerien stammender Waffenhändler in seinem Auto einem Bombenattentat zum Opfer. Er hatte sich zuvor mit einem stadtbekannten Callgirl in der Bar des Hotels Luxor getroffen.

Im Juli 59 hatte die Gattin eines reichen Plantagenbesitzers kurz vor ihrer Heimreise in einem Zimmer des Hotels Luxor Selbstmord verübt - vermutlich wegen Erpressung.

Und so geht das weiter: schwere Kapitalverbrechen - Morde - Aktendiebstähle - Entführungen. Jeder Fall ist anders. Jeder Fall ist unaufgeklärt. Aber eines haben sie alle gemeinsam: alle Opfer dieser Verbrechen waren einmal Gäste des Hotels Luxor...-Diese Serie unaufgeklärter Verbrechen veranlaßt den "Graukopf" darauf hinzuweisen, daß hinter all diesen Verbrechen ein geistiger Urheber - ein veritables Genie des Verbrechens stecken muß...Und wieder denkt er an den im Irrsinn gestorbenen Dr. Mabuse...

Im Hotel Luxor nimmt indessen das Unheil seinen Fortgang: eine junge Frau, Marion Menil, steht im vierzehnten Stockwerk auf einem schmalen Sims zwischen zwei Fenstern, bereit zum Absprung in die Tiefe. Weder dem Hoteldetektiv noch dem Polizeioffizier gelingt es, sie von dem Selbstmord zurückzuhalten, während die Reporter unten auf der Straße auf die "Sensation" warten! Da greift vom anderen Fenster der amerikanische Milliardär Travers ein: "Warum wollen Sie etwas tun, von dem es kein Zurück mehr gibt?... Vielleicht sind Sie auch gar nicht gleich tot - leiden entsetzliche Schmerzen..." Seiner gütigen Stimme gibt Marion nach. Und Marion ist es schließlich, die die Zusammenhänge der "1000 Augen des Dr. Mabuse" Henry Travers, den sie mehr als ihr Leben liebt, preisgibt. - Denn sie selbst ist den "1000 Augen des Dr. Mabuse" von ihrer Kindheit an ausgeliefert...
(Quelle: Illustrierte Filmbühne Nr. 05412)
Wolfgang Preiss, der hier eine Doppelrolle spielt, wird im Filmprogramm und im Vorspann des Films als Darsteller des Hellsehers Cornelius, als Lupo Prezzo ausgegeben.

Drehbuch: Fritz Lang u. Heinz Oskar Wuttig
Kamera: Karl Löb
Bauten: Erich Kettelhut und Johannes Ott
Regie:
Fritz Lang
Uraufführung: 05.09.1960, Stuttgart, Gloria-Palast



 

Darsteller:
Marion Menil - Dawn Addams
Travers - Peter van Eyck
Jordan - Wolfgang Preiß
Kriminalkommissar Kras - Gert Fröbe
Versicherungsagent Mistelzweig - Werner Peters
Cornelius, ein Hellseher - Lupo Prezzo (= Wolfgang Preiss)
Hoteldetektiv Berg - Andrea Checchi
Klumpfuß - Reinhard Kolldehoff
Nr. 12 - Howard Vernon
Hotelmanager - Nico Pepe
Sekretär Parker - David Camerone
Diener - Jean-Jacques Delbo
Das "blonde Glück" Marieluise Nagel
Nr. 11 - Linda Sini
Polizeioffizier - Rolf Möbius
1. Reporter - Bruno W. Pantel
Hotelingeniuer - Albert Bessler