Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (1960)

Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse 1961/62.

Das Testament des Dr. Mabuse (1962)

 Scotland Yard jagt Dr. Mabuse (1963)

Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse" (Deutschland 1964)

 

"Die Rechte für alle abgebildeten Filmprogramme liegen bei:
Copyright (C) Verlag für Filmschriften, Christian Unucka"

www.unucka.de

 

Darsteller:
Inspektor Lohmann - Gert Fröbe
Joe Como - Lex Barker
Maria Sabrehm - Daliah Lavi
Zuchthausdirektor - Fausto Tozzi (= Wolfgang Preiss)
Dr. Mabuse - Wolfgang Preiss
Voss - Joachim Mock
Professor Sabrehm - Rudolf Forster
Pfarrer Brietenstein - Rudolf Fernau
Böhmler - Werner Peters
Sandro - Ady Berber
Frau Lohmann - Lou Seitz
Trödler - Albert Bessler
Mrs. Pizarro - Laura Solari
Blinder - Henri Coubet
Küster - Jean Roger Coussimon
Professor Griesinger - Alexander Engel
Der Mann mit dem Holzbein - Zev Berlinski

Drehbuch: Ladislaus Fodor u. Marc Behm
Kamera: Karl Löb
Bauten: Otto Erdmann, Hans-Jürgen Kiebach
Regie: Dr. Harald Reinl


Uraufführung: 13.10.1961, München, Mathäser Filmpalast
.

 

Im Stahlnetz des Dr. Mabuse (1961)
In allen Polizeiarchiven der Welt ist der Name eines Mannes verzeichnet, der als der "genialste und gefährlichste Verbrecher des Jahrhunderts" gilt: Dr. Mabuse.
Vor geraumer Zeit hat Inspektor Lohmann eine Kette scheußlicher Untaten aufgedeckt und als deren Urheber, wenn auch nicht immer als Täter (denn er hatte eine riesige Verbrecher-Organisation in seinen Diensten), Dr. Mabuse entlarvt. Bis auf Pistolenschußnähe war er bei der Verfolgung an den teuflischen Unhold herangekommen, und er hatte berechtigten Grund anzunehmen, daß Dr. Mabuse sein grausames Spiel, zu dem Machtgier und Größenwahn ihn trieben, damals für immer hatte beenden müssen..Jetzt aber ist Lohmann aufs neue alarmiert, denn wieder geschehen Verbrechen im Lande, deren unverkennbarer "Stil" auf die Urheberschaft des Dr. Mabuse hinweist. Ein hoher Interpol-Beamter wird in einem Zugabteil ermordet und geheimer Dokumente beraubt; eine Frau, die als Agentin eines Chicagoer Gangster-Syndikats über den großen Teich kam, um Verbindung zu einer einheimischen Bande aufzunehmen, wird auf offener Straße bestialisch umgebracht - ja, Lohmann selbst fällt beinahe einem Bombenanschlag zum Opfer.
Der Inspektor zweifelt nicht, daß Mabuse, der Über-Verbrecher wieder am Werk ist. Er empfängt auf geheimnisvolle Weise mit Hilfe raffinierter technischer Tricks sogar zynische Botschaften von ihm. Aber wer ist, wo ist Dr. Mabuse? Wo ist sein Schlupfwinkel, wer sind seine Helfer? Das sind Fragen, auf die keine Antwort zu finden ist. Wo immer Lohmann mit seinen Nachforschungen ansetzt, wird er geblufft und hinters Licht geführt. Immer ist der andere schneller... Kaum hat Lohmann einen Verdächtigen gestellt, einen wichtigen Zeugen ermittelt, einen Mörder nach frischer Tat dingfest gemacht, da schlägt Mabuse zu: einer nach dem andern werden Täter zu Opfern, werden Zeugen für immer stumm. Vor keinem Mittel, keiner Teufelei schreckt Mabuse zurück.- Aber - was will er, was ist diesmal sein Ziel? Durch einen Zufall gelangt Lohmann auf die richtige Fährte. Da ist die junge Journalistin Maria Sabrehm, die Freundin des FBI-Agenten Joe Como, der ebenfalls nach Mabuse fahndet - wer immer dies auch sei - und dabei mit Lohmann zusammenarbeitet. Sie ist die Tochter eines Chemie-Professors, der eine Methode entdeckt hat, künstliches Rauschgift herzustellen - ein Gift, das die menschliche Willenskraft völlig auszuschalten vermag. Verleumderisch ist er vor Jahren der Spionage bezichtigt und zu einer Zuchthausstrafe verurteilt worden. Maria kämpft schon lange um die Rehabilitierung und Freilassung ihres in Wirklichkeit unschuldigen Vaters, aber Brietenstein, der Seelsorger der Strafanstalt, durch den sie Verbindung zu ihrem Vater zu halten versucht, macht ihr wenig Hoffnungen: Sabrehm hat sich, so sagt Brietenstein, schon lange mit seinem Schicksal abgefunden; er verweigert sogar die Besuche seiner Tochter.
Lohmann hat entdeckt, daß gewisse Spuren der Mabuse-Verbrechen hinter die Mauern des Zuchthauses führen. Um einen weiteren Mord aufzuklären, dringt er, zusammen mit Maria, zu Sabrehm vor. Die Begegnung mit dem Professor und andere Beobachtungen bestätigen seine schlimmsten Befürchtungen: im Zuchthaus wird - nach Sabrehms Formel - in großen Mengen das künstliche Rauschgift produziert. Mabuse ist der Boss dieses furchtbaren Unternehmens; mit Hilfe des Giftes hat er schon viele Häftlinge zu seinen willenlosen Werkzeugen gemacht...Wer aber ist Mabuse? Ist es der Zuchthausdirektor Wolf, der Lohmann so bereitwillig alle erbetenen Auskünfte gibt, aber von allem, was sich in den Kellern, Gewölben und Zellen des düsteren Baus abspielt, doch keine Ahnung zu haben scheint? Ist es Böhmler, der Leiter der Zuchthaus-Apotheke , der mit "Beruhigungsspritzen" so schnell zur Hand ist? Ist es der sonderbare Anstaltsarzt Griesinger - oder Brietenstein, der im Zuchthaus aus und ein geht - oder gar Professor Sabrehm? Um hinter dieses Geheimnis zu kommen läßt sich Joe Como als "Häftling" in das Zuchthaus einliefern. Hier erfährt er von einem phantastischen Plan des allen unbekannten, für alle unsichtbaren Mabuse: Um seine Allmacht zu beweisen, will er die ganze Stadt unter seine Gewalt bringen.So fordert es das Chicagoer Gangster-Syndikat , mit dessen Hilfe Mabuse das entsetzliche Gift in aller Welt verbreiten will. Er organisiert den heimlichen Ausbruch von Hunderten von Häftlingen, die mit dem Gift behandelt wurden: sie sollen alle wichtigen Punkte der Stadt besetzen, das E-Werk, die Bahnlinien, das Wasserwerk...Es gelingt Joe, Lohmann hiervon durch eine heimliche Botschaft zu unterrichten. Der Teufel Mabuse aber hat inzwischen Maria in seine Gewalt und ins Zuchthaus gebracht. Joe entdeckt sie hier, steckt aber gleich darauf selbst in einer tödlichen Falle, aus der er und Maria sich nur unter Einsatz ihres Lebens befreien können.
Lohmann erwartet inzwischen mit einem riesigen Polizeiaufgebot den Angriff der ihres Willens beraubten Zuchthäusler auf die Versorgungszentren der Stadt. Mabuse, noch immer von keinem erkannt, aber allgegenwärtig, führt mit der Kraft seines suggestiven Willens die Horden an. Wie die Roboter kämpfen sie sich vor, bis ihre Aktionen schließlich doch an der Abwehr der Polizeitruppen zusammenbrechen. Mabuse muß fliehen. Lohmann allein nimmt seine Spur auf, und endlich steht er dem Mann, dessen unversöhnlichster Gegner er ist, Auge in Auge gegenüber. Oder täuscht er sich wieder? War oder ist "Mabuse" wirklich nur ein Phantom? Die nächsten Sekunden lösen das Rätsel, aber entscheiden sie auch darüber, ob der "genialste Verbrecher des Jahrhunderts" sein Spiel endlich für immer verloren hat?
( Quelle: Filmbühne - Nr. 5892)