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Menschen, Tiere, Sensationen (1938)

Im Zirkus Sarrasani rettet Artist Bobby Hansen den Dompteur vor dem wild gewordenen Tiger und wird selbst Raubtierdresseur.
Bald steht er zwischen zwei Frauen und es kommt zu einem Mord aus Eifersucht...
Typischer, im Zirkusmilieu angesiedelter Harry Piel-Film der vom Hauptdarsteller lebt und indem Harry Piel alle Stunts selber machte ohne sich doubeln zu lassen. Es wäre ein reiner Zirkus- und Sensationsfilm, wenn da nicht ein Schuß fallen würde...

Darsteller:
Harry Piel - Robert Hansen, Artist
Elisabeth Wendt - Maja de Passy
Edith Oss - Estrella
Eugen Rex - Zauberkünstler
S.O. Schoening - Direktor
Regie: Harry Piel
Drehort: Zirkus Sarasanni, Dresden
Uraufführung: 23.12.1938

 


Nanu, Sie kennen Korff noch nicht ? (1938)
Der Musiker Niels Korff aus Dänemark muß mit seinem Namen und seinem Foto für einen anonymen Kriminalromanautoren herhalten, der in seinen Krimis die Machenschaften des Verbrecherduos Dufour & Morton der Öffentlichkeit zugänglich macht.
Die Gauner, die außerdem noch den Killer Kelly aus den USA als Verstärkung kommen lassen, locken den ahnungslosen Musiker nach Amsterdam um ihn dort um die Ecke zu bringen.
Der Privatdetektiv van Gaalen der in Wahrheit die Stoffe für die Krimis liefert, die dann wiederum von der Autorin Philippine Schimmelpenninck geschrieben werden, benutzt wiederum den ahnungslosen Korff als Lockvogel um an die Verbrecher heranzukommen.
Das Gauner-Duo will außerdem ein wertvolles Rubensgemälde aus der Villa des reichen Vermeylen stehlen.
Korff entgeht einigen Todesfallen, die Verbrecher werden selbstverständlich dingfest gemacht und es kommt zu einem Happyend.
Mit dieser in Holland angesiedelten Kriminalkomödie wollte man an den Erfolg von "Der Mann, der Sherlock Holmes war" anknüpfen.
In dieser Krimiparodie sind gleich einige spätere Wallace-Veteranen versammelt. Franz Schafheitlin spielt den Gauner Morton, Fritz Rasp den Killer Kelly und in einer kurzen Rolle tritt Hubert v. Meyerinck als Reporter auf.
An den Bauten war Willi A. Herrmann beteiligt, der 1960 die Bauten zum Wallace-Film "Der Rächer" herstellen wird.
Ganz toll auch will Dohm (der Vater von Gaby Dohm), der hier als Privatdetektiv u. Verwandlungskünstler den "Schutzengel" für Korff spielt.
Dieser Film, der früher schon öfters im öffentlich-rechtlichen TV lief, wurde digital remastered als DVD von "Black Hill" in den Handel gebracht.

Darsteller:
Heinz Rühmann - Niels Korff
Senta Foltin - Dortje Vermeylen
Franz Schafheitlin - Morton
Fritz Rasp - Kelly
Victor Janson - Dufour
Will Dohm - Privatdetektiv van Gaalen
Agnes Straub - Krimiautorin Philippine Schimmelpenninck
Jakob Tiedtke - Vermeylen
Hubert v. Meyerinck - Reporter Droste
Regie: Fritz Holl
Dreharbeiten: Mecklenburg, Holland, Berlin
Uraufführung: Berlin, 21.12.1938, Tauentzien-Palast

 

 

 

 

War es der im 3. Stock? (1938)

In einem Berliner Mietshaus wird auf die rumänische Halbweltdame Olga Filimon ein Mordanschlag verübt. Kriminalkommissar Heidenreich vermutet sofort, daß der Täter nur einer der Hausbewohner sein kann. Viele der Mieter sind verdächtig. Außerdem stellt er fest, daß das Geräusch, das die Hausbwohner für einen Schuß gehalten haben, ein explodierender Wasserkocher war und der Mordversuch daher schon eher stattfand...

Ein Film, der in seiner Machart sehr stark an die TV-Serie "Der Kommissar" erinnert. Ein Film der für seine Zeit schon sehr modern ist und einen Hauch Sozialkritik vermittelt. Hier wie dort trifft der ermittelnde Kommissar bei der Klärung des Falles auf Schicksale die sich hinter der Tür abspielen. So kommt man dahinter, daß ein junges Ehepaar in wilder Ehe lebt, er ist noch nicht geschieden, hat beim Amt aber seine Lebensgefährtin als Ehefrau angemeldet, bei der sich wiederum herausstellt, daß sie eine ehemalige Bardame ist... Ein Zigarrenvertreter benutzt die Tochter eines Ehepaares das auch im Haus wohnt für Schmuggeltouren nach Holland, ein Prokurist betrügt seine Ehefrau mit der Halbweltdame auf die der Mordanschlag verübt wurde...

In welcher Zeit der Film letztlich spielt, sieht man an dem Hitler-Bild, das ab und zu einige Sekunden lang an der Wand im Büro der Kriminalisten zu sehen ist.

Paul Dahlke spielt wieder den ermittelnden Kommissar. Als "Diener Iwan" sieht man hier Alexander Engel der in den 60er-Jahren in kleinen Rollen bei "Der Hund von Blackwood Castle", "Das Indische Tuch", "Die seltsame Gräfin" und "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" wieder zu sehen ist.

Die junge Mady Rahl spielt hier die ehemalige Bardame Petra Kilby der wir in den 60er-Jahren bei den Wallace-Filmen "Der Fälscher von London", "Der Hund von Blackwood Castle" und in dem Weinert-Wilton Film "Die weiße Spinne" wiederbegegnen.

Darsteller:
Paul Dahlke - Kriminalkommissar Heidenreich
Herbert Gernot - Kriminalsekretär Bogner
Henny Porten - Frau Seiderhelm
Mady Rahl - Petra Kilby
Iwa Wanja - Olga Filimon
Walter Steinbeck - Herr Seiderhelm
Alexander Engel - Diener Iwan
Hans Adalbert Schlettow - Vertreter Pöhlmann
Regie: Carl Boese

Uraufführung: 06.01.1939

 

 

Geheimzeichen LB 17 (1938)

Eine terrorisitsche Gruppe von Anarchisten begeht Attentate und will die Staatsmacht stürzen. Es sieht ganz danach aus, als ob es einen Verräter in den eigenen Reihen des Sicherheitsapparates gibt. Oberst Arvan Terno läßt sich zum Schein als Symphatisant von den Anarchisten anwerben um den Drahtzieher und Hintermann der anarchistischen Verschwörer zu ermitteln...und damit den Verräter in den eigenen Reihen...

Ein in einem anonymen, osteuropäischen Land angesiedelter Kriminal- und Agentenfilm. Willy Birgel als schneidiger Offizier im Undercover-Auftrag. In einer Rolle mit dabei, der zukünftige "Hexer" Rene´Deltgen, der hier leider zu früh erschossen wird.

Darsteller:

Willy Birgel - Oberst Arvan Terno

Hilde Weissner - Sängerin Manja Dusan

Otto Wernicke - Kommissar Borel

Bernhard Minetti - Direktor Bjelinski

Rene´Deltgen - Leutnant Glawar

Theodor Loos - Polizeipräfekt Alexander Stojan

Carl Günther - Kriegsminister Vitruv

u. a.

Regie: Viktor Tourjansky

Drehort: Freigelände Babelsberg, Seddin

Uraufführung: 09.08.1938, Berlin, Ufa-Palast am Zoo

 

 

Mordsache Holm (1938)

Die Tänzerin Graziella Holm wird neben der Reichsautobahn in ihrem Wagen ermordet aufgefunden. Die Kriminalisten der "Reichszentrale zur Bekämpfung von Kapitalverbrechen" gehen unter Beihilfe auswärtiger Kollegen, sowie mit Beamten des Berliner Einbruchdezernats vielen Spuren nach. Im Zuge der Ermittlungen wird auch eine Erpressung aufgedeckt und es gibt einige Verdächtige. Die Spuren des verwickelten Falles führen am Schluß nach Kopenhagen wo es zum spannenden Finale kommt...

Einer der besten, wenn nicht der beste Kriminalfilm der während des 3. Reiches gedreht wurde. Man sieht realistisch die Kleinarbeit der Kriminalisten und die Funktion des Polizeiapparats zur damaligen Zeit. Auch bezüglich des Milieus wurde nichts verschwiegen und tabuisiert. Unterweltkaschemmen, Gewohnheitskriminelle und "Lebedamen" kommen ebenfalls in diesem Film vor. Auch die internationale Zusammenarbeit der Kriminalpolizei wird gezeigt. So fliegen die beiden ermittelnden Kriminalbeamten der Reichszentrale per Ju 52 nach Kopenhagen um dort zusammen mit ihren dänischen Kollegen den Mörder in einem Hotel zu stellen.

Dieser Film lief, oh, Wunder(!!!), in den 90er-Jahren in einigen der 3. Programme und wurde seitdem nie mehr im Fernsehen gezeigt. Sicher hat einer der öffentlich-rechtlichen Oberlehrer erfahren, daß dieser Film damals das Prädikat "staatspolitisch wertvoll" erhalten hatte.

Den Täter spielte in diesem Film übrigens Wolfgang Staudte, der später als Regisseur bekannt wurde und auch an der ZDF-Krimiserie "Der Kommissar" als Regisseur beteiligt war.

Darsteller:
Ursula Deinert - Graziella Holm
Elisabeth Wendt - Jenny, ihre Schwester
Kurt Waitzmann - Assessor Dr. Körner
Harald Paulsen - Kriminalrat Wiegand
Reinhold Bernt - Henneberg, Kriminalassistent
Hans Leibelt - kriminalkommissar Engel
Ellen Bang - Ida Ladosche, Lebedame & Erpresserin
Regie: Erich Engels
Drehorte: Berlin u. Reichsautobahn
Uraufführung: 18.06.1938

 

 

 


Großalarm (1937/38)

Der Berliner Zeitungsfahrer Paul Köppen (Paul Klinger) gerät in den Verdacht Mitglied einer Autoschieberbande zu sein. Mit Hilfe der Polizei und seinen Zeitungsfahrer-Kollegen kann die Bande hochgenommen werden und Köppen wird rehabilitiert...

Man sieht, das Problem von Autodiebstahl und die Verschiebung von Luxuskarossen ins Ausland (im Film geht es über die Grenze nach Holland) gab es auch während des 3. Reiches. Hier wurde nichts verschwiegen, sondern diese kriminellen Delikte wurden sogar in diesem Kriminalfilm für die Öffentlichkeit thematisiert.

Auch die moderne Technik wurde in diesem Film schon eingesetzt. Mit Hilfe eines Polizeiflugzeuges wird nach dem Versteck der Bande gesucht.

In einer Nebenrolle als Zeitungsfahrer Alex, sieht man hier den jungen Erik Ode, der später in der ZDF-Kultserie "Der Kommissar" zu TV-Ruhm gelangte.
Darsteller:
Paul Klinger - Paul Köppen
Lina Carstens - Frau Timmler
Elsa Wagner - Frau Köppen
Hilde Körber - Sekretärin Rita
Walter Franck - Herr Wischner
Hans Leibelt - Kommissar Klager
Ernst Waldow - Kriminalassistent Friedrich
Jupp Hussels - Kriminalreporter Henning
Rudolf Platte - Zeitungsfahrer Rudi
Erik Ode - Zeitungsfahrer Orje
u. a.
Dreharbeiten: Berlin
Uraufführung: 12.04.1938

 

 

 

Sergeant Berry (1938)

Der Chicagoer Streifenpolizist Mecki Berry wird als Undercover-Agent nach Mexico versetzt um dort eine Bande von Drogenschmugglern aufzuspüren. Natürlich muß er dort einige gefährliche Anschläge überstehen...

Hans Albers in Hochform! Dieser Film war das Vorbild für die gleichnamige 70er-Jahre-Vorabendserie des ZDF.

Sergeant Berry wurde darin erst von Klausjürgen Wussow und dann von Harald Juhnke verkörpert.

Darsteller:

Hans Albers - Sergeant Mecki Berry

Herma Relin - Ramona de Garcia

Peter Voss - Oberst Turner

Toni v. Bukovics - Mutter Berry

Alexander Golling - Evans

Edwin Jürgensen - Schmugglerchef Madison

u. a.

Regie: Herbert Selpin

Vorlage: Roman "Sergeant Berry und der Zufall" von Robert Arden

Uraufführung: 26.01.1939 Ufa-Palast am Zoo


 

 

Der Fall Deruga (1938)



Der Arzt Dr. Deruga, mittellos und verschuldet wird verdächtigt seine geschiedene Frau vergiftet zu haben, da sie ihn in ihrem Testament als Alleinerben eingesetzt hat. Er wird vor Gericht von vielen Zeugen schwer belastet. Die einzige die ihn für unschuldig hält ist seine Nichte Mingo. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln...

Eigentlich mehr ein Gerichtsfilm als ein Kriminalfilm. Ich habe ihn aber stellvertretend für die Gerichtsfilme die zwischen 1933 - 45 gedreht wurden, in diese Sammlung aufgenommen.

Dieser Film lief in den siebziger Jahren auch schon im öffentlich-rechtlichen Programm.

Als "Herr Riedmüller" sehen wir in diesem Film Hubert von Meyerinck, den zukünftigen "Sir Arthur" der Wallace-Serie. Der zukünftige "Oberinspektor Wanninger" Beppo Brem spielt hier den Friseur Alois Alfinger.

Fritz Odemar, der Vater des späteren TV-Kommissars Erik Ode, spielt in diesem Film einen Hofrat.

Willy Birgel ist wieder der typische Grandsigneur und Gentleman.

Darsteller:
Willy Birgel - Dr. Stefan Deruga
Geraldine Katt - Baroness Mingo Truschkowitz
Hans Leibelt - Justizrat Dr. Klemm
Fritz Odemar - Hofrat Dr. Mäulchen
Beppo Brem - Friseur Alois Alfinger
Hubert von Meyerinck - Herr Riedmüller

Regie: Fritz Peter Buch
Uraufführung: 22.09.1938, Berlin, Capitol